Kaiserlied

N. von der Lancken-Wakenitz

Füllt mit Rheinwein die Pokale

Und die Herzen mit Gesang

Und im fahnenprächtgen Saale

Rausche der geweihte Klang:

Schütz Dich Gott, Du deutscher Kaiser,

Schütz Dich Gott, Du greiser Held,

Der Du von der Burg Kyffhäuser

Niederstiegst ins Waffenfeld!

O wie licht Dir das Geschmeide

Voller güld'ner Majestät

Zu dem dunklen Purpurkleide

In den Silberlocken steht!

Ja, Du bist es, deutscher Kaiser,

Herrlich bist Du auferwacht;

Leuchtend flammte vom Kyffhäuser

Dein Geblitz durch finstre Nacht!

Deutsche Jugend voll Entzücken

Wacht vor Deines Throns Gezelt,

Und wir schauen, spähn und blicken

In die waffenwilde Welt,

Schirmen wollen wir Dich Kaiser

Vor dem Feind und der Gefahr,

Unser Schild auf dem Kyffhäuser

Führt das Kreuz und führt den Aar!

Unsre Brust hegt deutsche Lieder,

Deutsche Liebe unser Herz,

Deutsche Streitkraft spiegelt wieder

Unsrer Schläger klingend Erz.

Rings im Kreis um den Kyffhäuser

Steht das deutsche Volk in Wehr

Und es jauchzt, Germanenkaiser,

Jauchzt Dir zu von Fels zu Meer!