Serenade

N. von Krufft

Komm ans Fenster, holde Schöne

Wo kein Horcher uns belauscht,

Wo in meiner Laute Töne

Nur das Abendlüftchen rauscht.

Horch dem goldnen Saitenspiele,

Das melodisch die Gefühle

Meiner Seele wiederklingt!

Du, die unter Millionen

Ich der Liebe würdig fand,

Höhnen würd' ich alle Kronen,

Bötest du mir Herz und Hand.

Und du kannst den Jüngling hassen,

Ihn so herzlos dulden lassen,

Der dich wie sein Leben liebt?

Ach wie träum' ich stets vergebens

Meiner Zukunft Glück so schön,

Traulich mit dir durch des Lebens

Holden Rosenhain zu gehn!

Komm, o komm und still mein Sehnen

Trockne freundlich meine Tränen,

Eh' mich noch das Grab umhüllt!