Das Los des Menschen

Neithard Bethke

Der Glut des Sommers folgt des Herbstes Kühle

Dem Schneefeld folgt des Lenzes Blumenbeet;

Die Sonne hebt sich rosig in der Frühe,

Und rosig ist ihr Bildnis, wenn sie geht.

Die Bäche drängen in das Meer. Die Zeiten

Erneuern sich. Mit jedem Tagbeginn

Glänzt neu das Sonnenlicht, und unaufhörlich

Treibt neues Wasser durch die Ströme hin.

Der Mensch lebt einmal, - nimmer kehrt er wieder,

Sein Dasein ist ein Lufthauch, der zerfließt;

Die Summe seines Lebens ist ein armer,

Verfallener Hügel, darauf Unkraut sprießt.