Der letzte Abend

O. Posa

Sprich von der alten Zeit,

Von Tod und Ewigkeit -

Sprich nur vom Abschiednehmen nicht.

Der Mond kommt und verbleicht,

Die Nacht bricht an und weicht,

Und aufgehn muß des Tages Licht.

Noch halt ich deine Hand,

Dein Stab lehnt an der Wand,

Bei meinem liegt dein Hut im Fach.

Bald, bald bin ich allein

Und starr in blinder Pein

Dem Staub um deinen Wagen nach.

Was soll mir noch dein Kuß,

Da ich dich lassen muß?

Ich fühl ihn durch die Schmerzen kaum.

O liebstes Angesicht,

An meiner Brust so dicht,

Und morgen bist du nur ein Traum!

Wär es nur erst vorbei!

Wär meine Seele frei

Von dieser Angst, die mich zerbricht.

Sieh nicht so traurig aus,

Sonst schreit's mein Herz heraus:

Verlaß mich nicht, verlaß mich nicht!