Du, des Erbarmens Feind, grausamer Tod

O. Schoeck

Du, des Erbarmens Feind, grausamer Tod,

Urvater aller Not,

verhasst und unabwendbar ist dein Walten!

Seit du mein Herz mit solchem Gram zerspalten

kann ich mich nicht enthalten

ein Schmähwort zu ersinnen, das dir droht!

Wenn man wie du noch niemals Mitleid bot,

so darf ich schmerzdurchloht

jeglichem klagen dein blindes Schalten!

In meinem Hasse will ich nicht erkalten

und Groll muss sich entfalten

in jeder Brust die Liebe noch durchloht!

Die Blume rafftest du in Frühlingstagen;

was anmutvoll und lieblich uns entzückt,

hat deine Hand gepflückt.

Schwer haben wir an dem Verlust zu tragen!

Des Mädchens Namen ziemt sich nicht zu sagen,

wer sie gekannt, der fühlte sich beglückt;

nur wen die Tugend schmückt,

darf einst ihr nah zu sein zu hoffen wagen.