Maschinenschlacht

O. Schoeck

Auf der Strasse und in allen Fabriken

Hinter den neidischen trostlosen Mauern

Schnurren dumm und tückisch die vielen Maschinen,

Singen das Fabrikantenlied vom Geldverdienen.

Es wird nicht lange dauern,

Dann werden die Autos noch böser aus ihren Grellaugen blickten,

Noch lauter und wüster aus ihren Hupen brüllen,

Die Luft noch dichter mit Staub und Dampf

Und unsre Herzen noch dichter mit Haß erfüllen,

Und dann geht es los, dann endlich beginnt der Kampf!

Wütend greifen uns an die Maschinen,

Drücken uns brüllend an die zementenen Wände,

Rennen uns um, überfahren uns Köpfe und Hände,

Sind stark wie der Teufel, doch wehe ihnen!

Sie bestehen ganz und gar aus Verstand,

Das macht dumm und flach, es fehlt diesem Vieh

Ganz an Torheit und Liebe, an Traum, Musik, Phantasie!

Gleich ihren Schöpfern und Herren kommen sie

Viel zu happig und schnell und witzlos dahergerannt,

Und das wird ihr Verderben.

Bald haben wir Menschen die Oberhand,

Und die ganze verfluchte Mechanik muß sterben.

Maschinen, Rechenschieber und Fabrikanten,

Wir schlagen sie alle in Fetzen und Scherben,

In ihren eigenen Rädern krepieren die klugen Erfinder,

Werden zertrampelt vom sterbenden Elefanten.

Singend bleiben übrig wir Menschenkinder,

Pflanzen Bäume über den öden Ruinen,

Tanzen noch lang auf dem Grab der dummen Maschinen.