Krippenlied

O. Tiehsen

Was ist das doch ein holdes Kind,

Das man hier in der Krippe find't!

Ach, solch ein süßes Kindelein,

Das muß gewiß vom Himmel sein.

Die Frau, die bei der Krippe kniet

Und selig auf das Kindlein sieht,

Das ist Maria fromm und rein;

Ihr mag recht froh im Herzen sein.

Der Mann, der zu der Seite steht

Und still hinauf zum Himmel fleht,

Das muß der fromme Joseph sein,

Der thut sich auch des Kindleins freu'n.

Und was dort in der Ecke liegt

Und nach dem Kindlein schaut vergnügt,

Ein Oechslein und ein Eselein --

Das mögen gute Thierlein sein.

Und die dort kommen fromm und gut

Mit langem Stab und rundem Hut,

Das ist der Hirten fromme Schaar,

Die bringen ihre Gaben dar.

Und was den Stall so helle macht,

Und was so lieblich singt und lacht,

Das sind die lichten Engelein --

Die schau'n zu Thür' und Fenster ein.

Und die dort kommen ganz von fern

Und gläubig schauen nach dem Stern,

Das sind der weisen Kön'ge drei

Mit Weihrauch, Gold und Spezerei.

Und ob dem Hüttlein flammt der Stern,

Der leuchtet nah und leuchtet fern;

Er leuchtet auch durch uns're Zeit

Und leuchtet bis in Ewigkeit

Sei hochgelobt, du dunkle Zell'!

Durch die die ganze Welt wird hell.

Klein Kindlein in Mariens Schooß,

Wie bist du so unendlich groß!