Am Himmel zittert Stern an Stern

O. Wermann

Am Himmel zittert Stern an Stern,

Die muntern Brunnen rauschen fern,

Ich zieh des Wegs alleine,

Rings liegt die Welt in süßem Traum,

Und Keiner ahnt im weiten Raum,

Dass ich verlassen weine.

Ob auch das Feld voll Blumen steht,

Das Blatt, vom Herbst herabgeweht,

Bringt doch kein Frühling wieder.

Ob auch das Vöglein fröhlich sang,

Weckt doch ein jeder Laut und Klang

Mir schmerzdurchhauchte Lieder.

Nur wenn ein Stern herniederschießt,

Ins Herz mir seinen Glanz ergießt,

Als fühlt' er heiß Verlangen:

Weicht alle Not, die Sorg' entflieht,

Und leuchtend durch die Seele zieht

Ein Sehnen mir und Bangen.