Einmal nahm ich

Oliver Trötschel

Einmal nahm ich zwischen meine Hände

dein Gesicht. Der Mond fiel darauf ein.

Unbegreiflichster der Gegenstände

unter überfließendem Gewein.

Wie ein williges, das still besteht,

beinah war es wie ein Ding zu halten.

Und doch war kein Wesen in der kalten

Nacht, das mir unendlicher entgeht.

O da strömen wir zu diesen Stellen,

drängen in die kleine Oberfläche

alle Wellen unsres Herzens,

Lust und Schwäche,

und wem halten wir sie schließlich hin?

Ach dem Fremden, der uns missverstanden,

ach dem andern, den wir niemals fanden,

denen Knechten, die uns banden,

Frühlingswinden, die damit entschwanden,

und der Stille, der Verliererin.