Wachtfeuer

Onutė Narbutaitė

Wachtfeuer. Man sitzt rundumher und wartet.

Wartet, daß einer singt.

Aber man ist so müd.

Das rote Licht ist schwer.

Es liegt auf den staubigen Schuhn.

Es kriecht bis an die Kniee,

es schaut in die gefalteten Hände hinein.

Es hat keine Flügel.

Die Gesichter sind dunkel.

Dennoch leuchten eine Weile die Augen

des kleinen Franzosen mit eigenem Licht.

Er hat eine kleine Rose geküßt,

und nun darf sie weiterwelken an seiner Brust.

Der von Langenau hat es gesehen,

weil er nicht schlafen kann.

Er denkt: Ich habe keine Rose, keine.

Dann singt er.

Und das ist ein altes trauriges Lied,

das zu Hause die Mädchen auf den Feldern singen,

im Herbst, wenn die Ernten zu Ende gehen.