Der Vater mit dem Kind

Oskar Köhler

Dem Vater liegt das Kind im Arm,

Es ruht so wohl, es ruht so warm,

Es lächelt süß: "Lieb Vater mein!"

Und mit dem Lächeln schläft es ein.

Der Vater beugt sich, athmet kaum,

Und lauscht auf seines Kindes Traum;

Er denkt an die entschwund'ne Zeit

Mit wehmuthsvoller Zärtlichkeit.

Und eine Thrän' aus Herzensgrund

Fällt ihm auf seines Kindes Mund;

Schnell küßt er ihm die Thräne ab,

Und wiegt es leise auf und ab.

Um einer ganzen Welt Gewinn

Gäb' er das Herzenskind nicht hin; --

Du Seliger schon in der Welt,

Der so sein Glück in Armen hält!