Der Mensch

Othmar Schoeck

Empfangen und genähret

Vom Weibe wunderbar,

Kömmt er und sieht und höret

Und nimmt des Trugs nicht wahr;

Gelüstet und begehret,

Und bringt sein Tränlein dar;

Verachtet und verehret,

Hat Freude und Gefahr;

Glaubt, zweifelt, wähnt und lehret,

Hält nichts und alles wahr;

Erbauet und zerstöret

Und quält sich immerdar;

Schläft, wachet, wächst und zehret,

Trägt braun und graues Haar.

Und alles dieses währet,

Wenn's hoch kommt, achtzig Jahr;

Denn legt er sich zu seinen Vätern nieder,

Und er kömmt nimmer wieder.