Trommelschläge

Othmar Schoeck

Schlagt! Schlagt! Trommeln!

Blast, blast, Hörner!

Durch Fenster brecht und Türen

mit unbarmherziger Gewalt;

Und in der stillen Kirche

löst die Andacht auf.

Stört den Studenten im Hörsaal.

Stört das Glück des harmlosen Bräutigams

bei seiner Braut.

Den friedlichen Farmer bei Pflug und Ernte

laßt nicht in Ruh.

So grimmig schlagt und rasselt, Trommeln!

So schrill, ihr Hörner, blast!

Schlagt! Schlagt! Trommeln!

Blast, Hörner, blast!

Durch Handel und Wandel der Städte,

durch Rädergedröhn der Straßen;

Sind in den Häusern nächtens

die Betten bereitet?

Die Schläfer dürfen

in diese Betten nicht schlafen.

Die Händler dürfen Handel nicht treiben

bei Tage; nicht Makler und nicht Spekulanten!

Wollen sie ihre Geschläfte betreiben?

Die Redner, wollen sie reden?

Schicken die Sänger sich an zu singen?

Dann wirbelt schneller, lauter, Trommeln!

Und wilder, Hörner, blast!

Schlagt! Schlagt! Trommeln!

Blast, Hörner, blast!

Was da Verhandlung, und was da Beschwerde!

Achtet nicht der Zagen,

auf Klagen nicht und Tränen!

Nicht der Bitten des Vaters für den Sohn!

Überdröhnt des Kindes Stimme

und der Mutter Flehn!

Bahn macht für die Bahren,

die Toten schütten sollen für den Leichenwagen!

So rauh euer Dröhnen,

schreckliche Trommeln!

ihr Hörner, so hart euer Blasen!