Eine blasse Wäscherin

Otto Vrieslander

Eine blasse Wäscherin

Wäscht zur Nachtzeit bleiche Tücher;

Nackte, silberweiße Arme

Streckt sie nieder in die Flut.

Durch die Lichtung schleichen Winde,

Leis bewegen sie den Strom.

Eine blasse Wäscherin

Wäscht zur Nachtzeit bleiche Tücher.

Und die sanfte Magd des Himmels,

Von den Zweigen zart umschmeichelt,

Breitet auf die dunklen Wiesen

ihre lichtgewobnen Linnen -

Eine blasse Wäscherin.