Das auslanddeutsche Lied

P. Geilsdorf

O Heimatland, auf der Begeisterung Schwingen

Schwebt unser Lied empor zu Deiner Ehr'!

Wie Sturmesrauschen soll es brausend klingen,

Wie Glockenklang, so rein, so voll und hehr!

Von Kurlands wald'gen Gauen

Durch Livlands Berges - Auen,

Hell tönt's im Dreiklang bis zu Estlands Strand:

Sei uns gegrüßt, o altes Heimatland!

Wie rauscht das Meer um deine weißen Küsten

Und singt ein Lied von alter Hansamacht!

Wie stolz und stark sich deine Tannen brüsten,

die einsam stehn auf hoher Felsenwacht.

Ob Stürme sie umschmettern,

Sie trotzen Sturm und Wettern,

den ihre Wurzel senkt durch Stein und Sand

Sie fest hinein ins alte Heimatland!

Und wetterhart, das trotz'ge Haupt im Nacken,

Steht um dich einer Söhne Ehrenschmuck,

Die Faust bereit, den Grigg des Schwerts zu packen,

Bereit die Hand zu festem Bruderdruck.

Im Kämpfen und in Lieben

Mit Herzblut Dir verschreiben,

So schirmen dich, verschlungen Hand in Hand,

Der Heimat Söhne, altes Heimatland!

Mag Leid, mag Glück durch uns're Tage treiben,

Wir halten Stand, vereint unwandelbar;

"In Treuen fest!" soll uns're Losung bleiben,

Wie sie der Väter Stolz und Ehre war!

Daß uns dies Vätererbe

Nicht sterbe, noch verderbe,

So schwört auf's Neu, ihr Brüder stammverwandt,

Die alte Treu' dem alten Heimatland!