Mainacht
P. Hassenstein
Der Mond bestrahlt den dunklen See,
es schimmern die Wasserrosen;
du lehnst an mir, du schlankes Reh,
im traulichen Küssen und Kosen.
Es glänzen die Wellen so zaub'risch erhellt
und raunen manch' Märchen sich zu:
Ich weiß, dass auf der ganzen Welt
mich keine liebt wie du!
Leis' schauernd rauschen Busch und Baum,
wie still und schön die Nacht!
Es liegt ein duftig holder Traum
ob dieser Waldesnacht.
Wie deine Hand die meine hält,
da find' ich süße Ruh':
Ich weiß, dass auf der ganzen Welt
mich keine liebt wie du!
Es singt die Nachtigall ein Lied
von Liebesseligkeit;
ein Gotteshauch die Luft durchzieht,
es wird das Herz so weit.
Was mir den schweren Tag vergällt,
verschwindet hier im Nu:
Ich weiß, dass auf der ganzen Welt
mich keine liebt wie du!