Nostalgia

P. Hersant

Durch Adams Fall ist ganz verderbt

Menschlich Natur und Wesen,

Dasselb Gift ist auf uns errebt,

Daß wir nicht mocht'n genesen

Ohn' Gottes Trost, der uns erlöst

Hat von dem großen Schaden,

Darein die Schlang Eva bezwang,

Gotts Zorn auf sich zu laden.

Weil denn die Schlang Eva hat bracht,

Daß sie ist abgefallen

Von Gottes Wort, welchs sie veracht,

Dadurch sie in uns allen

Bracht hat den Tod, so war je Not,

Daß uns auch Gott sollt geben

Sein lieben Sohn, der Gnaden Thron,

Iin dem wir möchten leben.

Wie uns nun hat ein fremde Schuld

In Adam all verhöhnet,

Also hat uns ein fremde Huld

In Christo all versöhnet;

Und wie mir all durch Adams Fall

Sind ewigs Tods gestorben,

Also hat Gott durch Christi Tod

Verneut, was war verdorben.

So er uns denn sein Sohn geschenkt,

Da wir sein Feind noch waren,

Der für uns ist ans Kreuz gehenkt,

Getöt, gen Himmel g'fahren,

Dadurch wir sein von Tod und Pein

Erlöst, so wir vertrauen

In diesen Hort, des Vaters Wort,

Wem wollt vor Sterben grauen?

Er ist der Weg, das Licht, die Pfort,

Die Wahrheit und das Leben,

Des Vaters Rat und ewigs Wort,

Den er uns hat gegeben

Zu einem Schutz, daß wir mit Trutz

An ihn fest sollen glauben,

Darum uns bald kein Macht noch G'walt

Aus seiner Hand wird rauben.

Der Mensch ist gottlos und verflucht,

Sein Heil ist auch noch ferne,

Der Trost bei einem Menschen sucht

Und nicht bei Gott dem Herren;

Denn wer ihm will ein ander Ziel

Ohn' diesen Tröster stecken,

Den mag gar bald des Teufels G'walt

Mit seiner List erschrecken.

Wer hofft in Gott und dem vertraut,

Wird nimmermehr zu Schanden;

Denn wer auf diesen Felsen baut,

Ob ihm gleich geht zuhanden

Wie Unfalls hie, hab ich doch nie

Den Menschen sehen fallen,

Der sich verläßt auf Gottes Trost,

Er hilft sein Gläub'gen allen.

Ich bitt o Herr, aus Herzensgrund,

Du wollst nicht von mir nehmen

Dein heilges Wort aus meinem Mund,

So wird mich nicht beschämen

Mein Sünd und Schuld, denn in dein Huld,

Setz ich all mein Vertrauen;

Wer sich nur fest darauf verläßt,

Der wird den Tod nicht schauen.

Mein Füßen ist dein heilges Wort

Ein brennende Laterne,

Ein Licht, das mir den Weg weist fort;

So dieser Morgensterne

In uns aufgeht, so bald versteht

Der Mensch die hohen Gaben,

Die Gottes Geist den g'wiß verheißt,

Die Hoffnung darein haben.