Trübe Wellen

P. Hoppe

Fluss, wer machte deine Wellen

ach! so trübe dir, die hellen?

Sind's die Ufer schuld gewesen?

Will am Berg der Schnee sich lösen, sich lösen?

"Nein, den Bergschnee fesseln Bande,

Blumen blühn an meinem Rande,

aber wo mein Quell entspringet,

sitzt ein Mütterlein und singet:

Sieben Töchter mir geboren,

sieben Töchter mir verloren,

in des Gartens Grund geborgen,

still gebettet gegen Morgen, gen Morgen."

Und sie weint nach ihren Lieben,

soll mir das den Quell nicht trüben?

Sie begießt mit Schmerz und Sehnen

ihre Gruft mit heißen Tränen.