Sieben Rappen

P. Jarnach

Großer Gott im Himmel, sieben

Rappen find mir noch geblieben!

Was nur fang' ich armer Mann

Mit den sieben Rappen an.

Tod und Teufel, wären's zwanzig,

Tanzte gleich noch einen Tanz ich

Auf der Bühne bunt bemalt,

Wo man zwanzig Rappen zahlt!

Wären's fünfzehn! — Einen Happen

Wurft kauft man für fünfzehn Rappen.

Hungrig bin ich so wie so;

Eine Wurft macht lebensfroh.

Ach, und wären's auch nur zehne!

Ein Schluck Bier, den ich ersehne,

Ist er gleich ein wenig klein,

Muß für zehne käuflich sein.

Aber sieben, sieben ganze

Rote Rappen, nicht zu Tanze,

Nicht zu Wurft und nicht zu Bier,

Gar zu nichts verwendbar mir —!

Lehr' mich du, o Fürst der Hölle,

Was thät'st du an meiner Stelle,

Wenn im Beutel du zuletzt

Nur noch sieben Rappen hätt'st?

Alsbald zieht der große Weise

Seine düstren Zauberkreise,

Spuckt nach rechts und links und spricht:

Hör' mich an, du armer Wicht!

Kommt bei Wettersturm und Regen

Dir ein Bettelkind entgegen,

Schwarz von Auge, schwarz von Haar,

Busen im Entwicklungsjahr.

Wirf ihr deine sieben Rappen

In des Kleides lose Lappen,

Sag' ihr, sie sei engelschön,

Schweig und heiß sie weitergehn!

Du hast Freude, sie hat Freude,

Freuen werdet ihr euch Beide;

Meine Freude hab' auch ich,

Segne und belohne dich.