An die Schäferin
P. Kayser
O! fühltest du die Liebe minder,
Du Schöne, sanft von Aug' und Herz!
Ach! wär er süsser und gelinder
Der mächtigen Cythere Schmerz!
Ich höre, daß beklommne Thränen
Der Tag in deinem Aug entdeckt,
Und kummervolle Seufzer tönen,
Wo dich die stille Nacht versteckt.
Umsonst! allmächtig ist der Wille
Des Schicksals, das mich dir entreißt,
Und fühllos aus bewölkter Hülle
Mich dieser Flur entfliehen heißt.
Wer weiß, wohin, zu welcher Heerde
Es jetzt mich armen Hirten führt,
Bis es, vielleicht auf ferner Erde,
Hier kannst du ruhen! sagen wird.