Die Bestimmung der Liebe

P. Kayser

In azurner Himmelsferne

Spür' ich dir, o Liebe, nach;

Redet, jugendliche Sterne!

Sage, farbenreicher Tag!

Welcher Gottheit Meisterhand

Euch in Harmonieen band.

Liebe flösste junges leben

In die staunende Natur,

Als ein wollustreiches Beben

Durch die weite Schöpfung fuhr,

Und melodischer Gesang

Aus den goldnen Sphären drang.

Damals wurde schon mein Wesen

Der Empfindung eingeweiht;

Da schon wurdest du erlesen

Zur Gesellin meiner Zeit,

Und ein ewger Himmelsschluss

Sicherte mir deinen Kuss.

Warum willst du widerstreben,

Einzige, die mir gefällt;

Einzige, die meinem Leben

Ruhm und Schönheit noch erhält? --

Sieh! der Ordnung Kette bricht! --

Emma! widerstrebe nicht!