Blauäuglein du!

P. Lincke

Er war ein rechter Sausewind,

fidel bei Tanz und Spiel,

und hat geküsst manch schönes Kind,

gekost der Frauen viel';

doch endlich fand er eine,

da war der Scherz zu End',

er sang und trank alleine

und seufzte permanent:

Blauäuglein du und du, blonder Zopf,

du schelmisches Grübchen im Kinn,

ihr habt mir verwirrt meinen armen Kopf,

ihr habt mir betört meinen Sinn!

Und fragte man, was ihn betrübt,

was ihn so traurig macht,

dann sagte er: Ich bin verliebt,

der Teufel hat's erdacht!

O schüre deine Flammen

zu meines Herzens Pein

und führe uns zusammen

ins Paradies hinein!

Blauäuglein du und du, blonder Zopf,

du schelmisches Grübchen im Kinn,

ihr habt mir verwirrt meinen armen Kopf,

ihr habt mir betört meinen Sinn!

Doch spröde nur schmolz ihre Lust

in seiner Liebe Glut,

bis endlich er an ihrer Brust

in Seligkeit geruht;

und als sie war die Seine,

da war der Schmerz zu End',

im fröhlichen Vereine

sang er nun permanent:

Blauäuglein du und du, blonder Zopf,

du schelmisches Grübchen im Kinn,

ihr habt mir kuriert meinen armen Kopf,

nun bleib' ich beglückt, wie ich bin!