Der Hirt und das Meerweib

P. Lindpaintner

Schöner Hirte, in der Ferne

Wendet sich dein Missgeschick!

Darum folg' dem holden Sterne,

Er nur leitet dich zum Glück;

Und das Meer, das sagt's dem Strome,

Und der Strome erzählt's dem Bach,

Und die lieben kleinen Wellen

Sagen's laut dem Bächlein nach,

Und die Lüfte, die es hören,

Tragen mild mein Lied zu dir!

Darum willst du glücklich wärden,

Schöner Hirte! komm' zu mir!

Schöner Hirte, tauche nieder

in den grünen Meeresgrund,

Denn das Glück das Du gesuchet,

Findest du bei mir zur Stund';

Findest Reichthum, findest Liebe,

Silber, blankes Gold, Gestein,

Demant, Perlen und Corallen.

Alles soll dein eigen sein.

Sollst als eigen mich besitzen,

Will dich hegen treu und gut.

Ja mein Arm soll dich umschlingen,

Mit der reinstem Liebesgluth!

Meine Lippe soll dich küssen,

Feurig, glühend, für und für!

Schlinge deinen Arm um meinem,

Schöner Hirte, komm zu mir!

Meine Lippen soll dich küssen,

Feurig glühend, für und für

O komm, zu mir! herab zu mir!

Nun bist du mein!