Die Augen meiner Frauen

P. Lindpaintner

Wie lange schon, wie lange,

o Liebesschmerz, o Liebeslust,

durchströmst du selig und bange

hoffend, sehnend meine Brust!

Immer, immer möcht' ich schauen,

immer meine Blicke tauchen

in die süßen, lichten Augen,

in die Augen meiner Frauen.

Ein Licht strahlt wie die Sonne

mit mitten in der funster'n Nacht,

wenn ich in träumender Wonne

ihrer denkend aufgewacht.

Aus des Dunkels stillem Grauen

ist's, als ob zwei Sterne tauchen,

sie die süßen, lichten Augen,

sie, die Augen meiner Frauen.

Wo nur ich geh' und stehe,

seufz' ich nach ihr, und sie ist nah',

dann Erd' und Himmel vergehe,

sie allein ist für mich da!

Reicher sprossen dann die Auen,

Lieder muss der Zephyr hauchen

durch die süßen, lichten Augen,

durch die Augen meiner Frauen.

Du Süße, Holde, Reine,

o neige dich mir gnädig mild!

Du bist die Eine, die Eine,

der mein stilles Sehnen gilt.

Ach, dem Schwure darfst du trauen,

den dir meine Lieder hauchen

bei den süßen, lichten Augen,

bei den Augen meiner Frauen!