Jägers Lust und Qual

P. Lindpaintner

Juchhe, wie lustig schallt es

Auf munt'rer Waidmanns Bahn,

Bin ich doch Herr des Waldes,

Dem Alles unterthan.

Durch Schlucht und Thalesengen

Zieh' freudig ich dahin,

Und jauchz' in Hornesklängen,

Daß ich ein Jäger bin!

Hervor ihr Waldgethiere,

Du Reh so flink und frei,

Es schützt euch im Reviere

Kein Ort vor meinem Blei.

Doch wenn die Sonne wendet

Von uns den goldnen Strahl,

Dann ist die Lust geendet

Für mich mit einemmal.

Dann blick' ich wohl mit Sehnen

Zur Alpenhöh' hinaus,

Und hauch in Hornestönen

Den inn'ren Kummer aus.

O horch, wie klingt die Weise

Durch Luft und Duft empor,

Jetzt dringt sie wohl ganz leise

Der Sennerin ans Ohr.

O Sennerin, wie gerne

Zög ich zu dir von Thal,

Du Röslein in der Ferne,

Dich grüß' ich tausendmal!

O sieh, gejagt am Tage

Hab' ich manch' Reh mit Lust,

Allein nur Sehnsucht trage

Des Nachts ich in der Brust.

O laß' die luft'ge Klause

Und komm' zu Quell und Baum,

Es ist im Jägerhause

Ja auch für dich noch Raum!