Schwärmerei
P. Lindpaintner
Meiner Liebe Freuden
sind ein ewig Scheiden
und ein banges Meiden
meiner Liebe Lust.
Gerne möcht' ich sagen:
Endet nun, ihr Klagen,
aber neue tragen
muss ich in der Brust.
Kaum das Glück genossen,
Mund an Mund zerflossen,
Herz an Herz geschlossen,
trennt uns das Geschick;
und mein tiefes Sehnen
perlt in heißen Tränen,
klagt in leisen Tönen
um verlor'nes Glück.
Muss denn im Entbehren
und in stillen Zähren
Liebe sich verklären
und in tiefem Leid?
Wird man ewig reißen
mich aus deinen Kreisen,
wird es niemals heißen:
Dein in Ewigkeit?
Oder trübe Zeiten
sollen vorbereiten
künft'gen Seligkeiten
mein gebeugtes Herz?
O, wie ich dann diese
Qualen alle priese,
denn zum Paradiese
würde so der Schmerz.
Ach erscheine, Stunde,
heile meine Wunde,
gib zum ew'gen Bunde
sie, die mich beseelt!
Ob ich es ertrüge,
ob ich unterliege
bei des Herzens Siege,
weiß der Herr der Welt!
Aber wenn der Einen
ich mich darf vereinen,
Glück, dann preis' ich deinen
sel'gen Zauberstab,
und wenn ich erbleiche,
da ich sie erreiche,
reg' ich noch als Leiche
jubelnd mich im Grab.