Der Falter

P. Pferdmenges

Ein prächtiger Falter

Schwebte zur Herbstzeit

Leis' auf und nieder

Vor meinem Fenster.

Hinter den Scheiben

Blühten noch Rosen,

Die lockten den Armen

Mit lächelndem Munde.

Nicht sah er des Reifes

Tödliche Pfeile,

Die brennenden Lippen

Der Rose nur sah er.

Vergebens sein Streben

Der Süßen zu nahen;

Er küßte nur immer

Die feuchtfalten Scheiben.

Des Morgens fand ich

Tot ihn am Stäbchen

Narr der, will küssen

Was ihm unerreichbar.