Lied. Das süße Glück der ersten Liebe

P. Riotte

O süßes Glück der ersten Liebe,

Im blüthenreichen Lebensmai.

Wo feurig noch die Herzen Glauben

Daß Liebe ewig dauernd sei.

O süßes Hoffen, süßes Sehnen,

Wo noch genügt ein einz'ger Blick

Um Lebenspläne drauf zu bauen

Und oft das ganze Erdenglück.

Wo Liebe glaubt, es sei nicht möglich

Zu leben auf der großen Welt,

Wenn Du nicht mein, ich Dein geworden

Ohn' daß der Lebenskahn zerschellt.

Und ach! wie wenig ward erfüllet

Von allen Träumen süß und schön? --

Zerriss'ne Kränze, welke Blumen,

Sie wirblen fort im Sturmeswehn.

Und dennoch sind es süße Träume

Die einst geschwärmt der müde Greis,

Es war die Zeit der ros'gen Jugend,

Wo Liebe gab und nahm den Preis.

Und die Erinnrung wird ihm bleiben:

Der ersten Liebe lichter Stern.

Nahm hin das Leben auch die Blüten,

Der Traum war süß, liegt er auch fern.