Sophie

P. Rüfer

Wie schweigsam, ruhig ist die Nacht!

Mein thränenfeuchtes Aug' nur wacht,

Und meine Seufzer quell'n hervor;

Der Luftkuß trägt sie sanft empor. --

Ich blicke nach dem Sternenlauf'

Schon lang, so lang mit Weh' hinauf,

Und suche in der lichten Fern'

Nach jenem feuerblauen Stern.

Wie leuchtet dieser Stern mir mild,

Ich sah' in ihm Dein holdes Bild;

In diesem blauen Stern allein,

Dort, meine Seele, mußt du sein! --

Und wie ich träumend in ihn schau',

Quillt süß der Thränen reicher Thau;

Ich fühl' mich Dir so nah, so nah,

Als wärst Du, Engel, wieder da. --

Doch, wenn die Sterne untergeh'n,

Mein Aug' Dich muß versinken sehn;

Dann schwindet auch der Wehmuth Lust,

Und bittrer Schmerz durchtobt die Brust. --