An das Vaterland

P. Tietz

Wenn deine Berge glühn im Rosenschein

So hehr beim frühsten Morgenschauer,

O sieh, wie blicken voller Trauer,

Ernst mahnend sie in's Thal hinein!

O Vaterland! wann will es tagen?

So fragen sie in stummem Weh,

Das Haupt erhoben wie zum Klagen,

O Vaterland! ersteh, ersteh!

Ach! deine Sonne sank! Des Haders Noth

Durchschauert dich wie Sturmestoben!

Wohl glühn so hell die Berge droben,

Wann strahlt auch dir das Morgenroth?

O Vaterland! wann will es tagen?

So fragen sie in stummem Weh,

Das Haupt erhoben wie zum Klagen,

O Vaterland! ersteh, ersteh!

So schön, so schön bist du, mein Vaterland!

Erwach! -- durchbrich des Todes Dunkel,

Daß dich des Morgenlichts Gefunkel

Umleuchte wie ein Opferbrand!

O Land, o Land! daß Frieden wieder

Und Treue walt' in deinen Gaun,

Und freudestrahlend auf dich nieder,

Dich segnend, deine Berge schaun!