Da fahr' ich vorbei an dem Baum in dem Feld
P. Tietz
Da fahr' ich vorbei an dem Baum in dem Feld,
Mir ist's, als müßt' er mich kennen,
Er sah's ja, wie Nichts so heiß in der Welt,
Als das Scheiden, das Scheiden thut brennen!
Kein Wunder, daß ihm die Blätter damal
Hinsanken am Hag auf den Rasen,
Bald hatte ja mir und der Liebsten, o Qual!
Zur Trennung das Hörnlein geblasen!
Nun aber, wie steht er schön weiß und roth
Voll Blüthen, als hätt' er's vernommen,
Daß vorüber, vorüber die bittere Noth,
Und die Liebste heim ist gekommen!
Wie freun wir uns Beide nun, ich und der Baum!
Gott hüt' ihm die rosige Blüthe!
Und mir und der Liebsten den seligen Traum
Der Minne tief im Gemüthe!