Ein Herz allein, wie möcht' es tragen
P. Tietz
Ein Herz allein, wie möcht' es tragen
Doch all der Liebe Wonn' und Lust,
O! würd' ihm nicht entgegenschlagen
Ein zweites Herz in treuer Brust?
Könnt' eines nicht dem andern immer
Verschenken von dem reichen Schatz:
Der Liebe Himmel hat ja nimmer
In einem einzgen Herzen Platz!
Ein Herz allein, wie möcht' es tragen
Doch all der Liebe Leid und Pein,
Könnt' eines nicht dem andern klagen,
Wie bang ihm muß zu Muthe sein?
Doch jede Klage wird zur Wonne,
Sucht eines bei dem andern Rast;
Durch jedes Dunkel bricht die Sonne,
Trägt eines froh des andern Last.