Hold war der Sommertraum
P. Tietz
Hold war der Sommertraum! --
Kein Blatt mehr in dem Wipfel;
Kahl bis zum höchsten Gipfel,
Du armer Baum!
Aber brauset der Sturm durch's Gefild,
Niederschmetternd die Tannen wild,
Die noch prangen im grünen Kleid,
Unbekannt mit des Herbstes Leid:
Stehest du fest in sicherer Ruh,
Lachest dazu! --
Treu meint's dein Gott mit dir! --
Ließ manchen Stern erblassen,
Daß du dich hieltst verlassen,
O Seele schier!
Ahnest du nicht, warum er es that?
Merkest du nicht, wie gütig sein Rath?
Daß du nicht zagest in größerm Weh,
Stark und freudig dein Glaube besteh!
Daß du, wenn Alles sinket dahin,
Habest noch Ihn!