Ich gieng durch's Feld spazieren
P. Tietz
Ich gieng durch's Feld spazieren
An einem Wintertag:
Ach! wie die Vöglein frieren!
Wo blieb ihr Musicieren,
Das jedes Herz erfreuen mag?
Und kaum war meinem Munde
Das rasche Wort entflohn,
Da -- blüht zur selben Stunde
Im öden Wintergrunde
Der allerschönste Frühling schon!
Hell fangen an zu singen
Die Vöglein mannigfalt;
Auf thut die Lerch sich schwingen,
Will bis zum Himmel dringen,
Und grün steht da der kahle Wald!
Und tausend Blüthen sprießen
Aus jedem Zweig hervor;
So klar die Bächlein fließen,
Und an den Borden schießen
Die schönsten Blumen keck empor!
Und finden eure Zungen
Dieß gar so wundersam, --
Wißt: Der dies Lied gesungen,
In dem es frisch erklungen,
Der wurde gestern Bräutigam!