Mein Heimathland, du geliebtes Land

P. Tietz

Mein Heimathland, du geliebtes Land,

Wie lagst du in Todesnöthen,

Als rings in des Hasses schaurigem Brand

Deine Firnen sich mußten röthen!

Zerrissen bis in's innerste Mark!

Ach wehe! gedenk' ich der Tage,

Noch möchte die Leier donnerstark

Anheben ihre Klage!

Doch zauberschnell ein mächtiger Bau

Entstieg der rauchenden Stätte;

Stolz hob das Gewölbe zum Himmelblau

Mit den Alpen sich in die Wette!

Und Friede ward es, und Jubel schwang

Sich auf aus dem Thalesgrunde;

An den Bergen brach sich der Siegsgesang:

Heil, Heil dem neuen Bunde!

Mein Heimathland, du geliebtes Land,

Daß Gott, daß Gott dich behüte!

Wie die Alpenros' an der Bergeswand

Brech' auf der Eintracht Blüthe!

Gesund du wieder im innersten Mark,

In den schimmernden Gauen allen!

Wie muß ich die Leier donnerstark

Hellfreudig lassen schallen!