Mir war bei dir so himmlisch wohl
P. Tietz
Mir war bei dir so himmlisch wohl,
Nicht wußt' ich, wo mein Sehnen blieb;
Das Herz schlug mir so freudenvoll,
Mir war, als hättest du mich lieb.
Ich frag mich tausend Mal: warum?
Und sagtest doch kein Wörtlein mir;
Und ich auch war so blöd und stumm,
Nur manchmal schaut' ich um nach dir.
Da senktest du die Wimper gleich,
Und wurdest wie ein Kind verzagt;
Thut Liebe denn nicht alsogleich?
So gerne hätt' ich dich gefragt!
Wir sagten bald uns Lebewohl,
-- Ach! daß die süße Stund verrann! --
Da schautest du so seelenvoll
Mich ein Mal noch beim Scheiden an.
Und lange blieb ich stehen noch,
Und blickte träumend vor mich hin;
So thut ja schier die Liebe doch?
Fragt' ich mich fort in meinem Sinn.
Und nun ich wieder fern von dir,
Nicht weiß ich, wo mein Himmel blieb;
Doch immer, immer sag' ich's mir:
Mir war, als hättest du mich lieb.