Schon ward es finster in der Schlucht

P. Tietz

Schon ward es finster in der Schlucht,

Ich schritt fürbaß auf jähem Steige;

Allein mit meines Grames Wucht,

Brach ich den Pfad mir durch's Gezweige.

Da schlug ich aus den Büschen mich,

Und stund auf freier Alpenweide --

Geblendet schlossen plötzlich sich

Vor all der Pracht die Augen beide.

Wie eine Feuerkugel hell

Im Westen noch die Sonne glühte,

So hehr, als blickte Gott zur Stell

Mir tief in's zagende Gemüthe.

Und beten mußt' ich inniglich,

Umhallt vom Abendglockenklange:

O Herz, mein Herz, was grämst du dich?

O Herz, mein Herz, was ist dir bange?

Erbau dich still auf Erden hier

Am Wiederschein aus jenen Welten,

Und einst, o einst wird droben dir

Der volle Glanz dein Leid vergelten!