Vom ersten Tageslicht umsprüht
P. Tietz
Vom ersten Tageslicht umsprüht,
Von wilden Rosen hell umblüht,
Wie lächelst du, mein Tannensaum,
So hold, so hold im Morgentraum! --
Doch wie die Mutter weckt ihr Kind,
Kommt sanft und leis heran der Wind;
Spielt mit den Wipfeln hoch im Blau,
Und streift von deinem Gras den Thau.
Da wachst du auf! -- Wie wunderhehr
Ersteigst du aus dem Feuermeer!
Und wogst und wallst, und schickst im Nu
Dem Forste deine Grüße zu.
Läßt fliegen deine Vöglein all,
Zu wecken ihn mit lautem Schall;
Und wirfst den goldenen Sonnenschein
In jeden Busch und Grund hinein. --
Horch! wie's nun braust und rauscht und klingt,
Der Dank dir froh entgegendringt!
Und wie der Morgenpsalm erschallt
Von nah und fern im ganzen Wald!