Wenn holde Frauen blicken

P. Tietz

Wenn holde Frauen blicken

Hernieder vom Altan,

O Lust, ein Lied zu schicken

Zu ihrem Lob hinan!

Was uns mit Lächeln kündet

Der Augen süße Nacht,

Gleich hallt's, zum Lied entzündet,

Im Chor zurück mit Macht.

Und will's der Mund verschweigen,

Und winkt nur scheu die Hand:

Wir machen's uns zu eigen,

Bald klingt's von Land zu Land!

Wo singt durch Wald und Auen

Ein Vogel gleicherweis,

Wie wir hinauf zum Blauen,

Der Frauenhuld zum Preis?

Und was die schönen Hände

In's weiße Feld gestickt,

Was zaubrisch uns ohn' Ende

Voll Gluth entgegenblickt,

Wohl mögen wir's verstehen:

Wie Blüthen seltner Art,

Drum holde Lüfte wehen,

Ist Minne süß und zart!

O rausche, stolze Fahne,

Hinein in unsern Sang,

An's höchste Ziel uns mahne,

Du Edle, lebenslang!

Und mit dem Siegeskranze

Sei jederzeit geschmückt,

So lang in deinem Glanze

Noch frisch ein Lied uns glückt!