Wie selig war dein Leben
P. Tietz
Wie selig war dein Leben,
Dein Schlummer lind und sacht,
Als einst mit süßem Beben
Die Mutter dich bewacht;
An deiner Wiege tönten
Die ersten Lieder hell,
Zum Paradies verschönten
Dein Kämmerlein zur Stell!
Und kommt sie denn nicht wieder
Die alte, schöne Zeit?
Sind ganz verhallt die Lieder
Von erster Seligkeit?
Nein, Traute, wem bescheret
Der holden Minne Glück,
Dem kehret, nur verkläret,
Das alte Glück zurück!
An deines Liebsten Herzen
Komm, ruh' als wie ein Kind,
Komm, daß ich alle Schmerzen
Dir heile sanft und lind!
Ach, Alles dir verschönen
Möcht' ich voll Liebesdrang,
So mag dies Lied dir tönen
Wie erster Wiegensang!