Gruss
P. von Decker
Soviel Stern am Himmel stehen,
An dem blauen glüdnen Zelt,
Soviel Schäflein als da gehen,
In dem grünen, grünen Feld.
Soviel Vöglein als da fliegen,
Als da hin und wieder fliegen,
Soviel mal sei du gegrüßt.
Weiß nicht, ob auf dieser Erden,
Die des herben Jammers voll,
Nach viel Trübsal und Beschwerden
Ich dich wiedersehen soll.
Was für Welle, was für Flammen
Schlagen über mir zusammen!
Ach wie groß ist meine Not!
Soll ich dich denn nimmer sehen,
Nun ich in die Ferne muß?
Ach das kann ich nicht verstehen,
O du bittrer Scheidensschluß!
Wär' ich lieber schon gestorben,
Eh ich mir ein Lieb erworben,
Wär' ich jetzt nicht so betrübt!
Mit Geduld will ich es tragen,
Denk' ich immer nur zu dir;
Alle Morgen will ich sagen:
O mein Schatz, wann kommst zu mir?
Alle Abend will ich sprechen,
Wenn mir meine Äuglein brechen:
O mein Schatz, gedenk an mich!
Ja ich will dich nicht vergessen,
Enden nie die Liebe mein,
Wenn ich sollte unterdessen
Auf dem Todbett schlafen ein.
Auf dem Kirchhof will ich liegen.
Wie ein Kindlein in der Wiegen,
Das die Lieb thut wiegen ein.