Sehnsucht
Paskua
Laßt mich Tageshelle grüssen
nach der Kerkers langer Nacht,
gebt ein Roß mit schnellen Füssen,
eine Maid, die Lieb entfacht:
Laßt mich einmal durch die Auen
sausend sprengen auf dem Roß,
Leben, ach! und Freiheit schauen,
die ich selten nur genoss.
Mit vermorschten Brettern
gebt mir nur ein schwaches, schwankes Boot,
dessen Segeln von den Wettern
dem zerreissen sind bedroht:
In die Wogen will ich springen
unverzagt und ohne Leid,
mit dem Meere mannhaft ringen
und mit dir, Unendlichkeit.
Gibt ein Schloß mir hoch mit Zinnen,
wo in Gärten blüht die Reb',
wo im Marmorsaale drinnen
friedlich rauscht und spielt der Quell.
Laßt ihn rauschen, lasst ihn spielen,
bis der Schlummer kommt gemach.
Laßt die Schläfe ihn mir kühlen,
daß ich träum' und sanft erwach.