Du mein einzig Licht

(Philipp) Friedrich Silcher

Du mein einzig Licht,

Die Lilj und Ros hat nicht,

Was an Farb und Schein

Dir möcht ähnlich sein,

Nur daß dein stolzer Mut

Der Schönheit unrecht thut.

"Trennen wollten wir uns?

Wähnten wir es klug und gut?

Da wir es thaten,

Warum schröckte, wie Mord,

Uns die That?"

Meine Heimat du,

Von solcher Lust und Ruh

Ist der Himmel gar

Wie die Erde bar.

Nur daß dein strenges Wort

Mich wehrt vom süßen Port.

"Ach! Wir kennen uns wenig,

Denn es waltet ein Gott in uns."

Alle Vöglein hier

samt ihrer Melodie

jubilierten nicht

ohn' der Liebe Pflicht

und würden nicht erfreut

durch diese Frühlingzeit.

Darum Liebster laß

uns beid ohn' Unterlaß

reden Tag und Nacht

von der Liebe Macht.

Das schafft dem Herzen Freud,

vertreibt mit Lust die Zeit.