Schenkentöchterlein
R. Emmerich
Gott grüß' dich, Schenkentöchterlein!
Auf deinen holden Wangen
Sind in dem hellsten Purpurschein
Die Rosen aufgegangen.
Wie Lerchenlied aus hoher Luft
Klingt's lieblich aus deinem Munde,
Die Locken hauchen süßen Duft,
Wie Veilchen im Waldesgrunde.
Und aus den schönen Augen sprühn
Gar helle, heiße Funken,
Als wär' die Sonn' im Mittagsglühn
In sie hinabgesunken.
Drum schau ich auch in sie hinein,
Mag's draußen rauschen und klingen:
Ein ganzer Frühling bist du allein!
Und dich nur will ich besingen.
Hast Rosen, Duft und Sonnenstrahl
Und statt der Brunnen und Quellen
Reichst du mir lächelnd den Goldpokal
Mit seligberauschenden Wellen.