Heckenröslein

R. Fischhof

Heckenröslein, über Nacht

Seid ihr aufgegangen,

Schaut mich freundlich an und lacht

Mit verschämten Wangen.

Ein Geheimniss, wie man spricht,

Wisst ihr zu bewahren;

Heckenröslein, plaudert nicht,

Sollt etwas erfahren.

Still, still!

Ich bin ein thöricht Mädel

Und weiss nicht, was ich will.

Kater hast dich scheu versteckt,

Hör' dich ängstlich schreien.

Dass du von der Milch geleckt

Will ich heut verzeihen.

Krieche aus dem Winkel vor,

Schrecken aller Katzen.

Komm' ich sag' dir was in's Ohr,

Aber darfst nicht kratzen.

Still, still!

Ich bin ein thöricht Mädel

Und weiss nicht, was ich will.

Schwalbe, komm aus deinem Bau,

Will dir was erzählen,

Aber deiner Schwalbenfrau

Musst du es verhehlen.

Mein Geheimniss würde bald

Aller Welt zu eigen,

Denn die Frauen jung und alt

Wissen nicht zu schweigen.

Still, still!

Ich bin ein thöricht Mädel

Und weiss nicht was ich will.