Mailied
R. Fischhof
Kennst du das süße Lied?
Frühling hat mir's gesungen,
lieblich ist's dort erklungen,
wo die Rose erblüht
und die Veilchen, die jungen.
Kennst du es wohl?
Sanft ertönt's rings umher
an des Bach's Blütenraine,
aus der Sonne strahlendem Scheine,
und der Vögelein Heer
zirpt es leis in dem Haine.
Zephyr hat's dort erzählt
den lauschend stillen Blüten,
die hold im Lenz erglühten.
Ja kein Künstler der Welt
sang im Norden uns Süden
solch ein Lied süß und mild.
Die Natur tönt es wieder,
wenn den duftenden Flieder
in Tau der Abend hüllt
und Luna strahlt hernieder!
Wohl! es sei dir vertraut:
was mir das Herz beglücket,
das Leben herrlich schmücket,
ist ein einziger Laut,
ein Ton, der mich entzücket.
Ja, dies Wort heißt die Liebe allein.
Ach die himmlischen Sterne
in der endlose Ferne,
die Blüten dort im Hain,
sie säuseln so gerne von der Liebe,
sie säuseln von Lieb' allein.