Am wunderschönen Rhein
R. Förster
Ich saß am Rhein und sah in die Wogen hinein,
mir schien die Flut ein Feenreich zu sein,
denn plötzlich erklang es wie Elfensang,
ach, so herrlich, ach, so zaub'risch,
und wonniglich drang wie ein Nixenchor
nun süß schmeichelnd mir ins Ohr:
O du wunderschöner deutscher Rhein,
du sollst ewig Deutschlands Zierde sein!
Da kam gar bald ein Mägdlein im Nachen herbei;
so wunderschön war nur die Lorelei.
Das Mägdelein setzte sich neben mich,
sprach von Märchen alter Zeiten,
und balde begeistern uns im Verein
deutscher Sang und deutscher Wein.
O du wunderschöner deutscher Rhein,
du sollst ewig Deutschlands Zierde sein!
Doch als ich dann der Holden ins Auge geseh'n,
da war es, ach, gar bald ums Herz gescheh'n.
In Seligkeit schwor ich der holden Maid
ew'ge Liebe, ew'ge Treue,
und traulich vereinet zu süßem Klang
tönet wieder jener Sang:
O du wunderschöner deutscher Rhein,
du sollst ewig Deutschlands Zierde sein!