Singe zu, singe zu
R. Förster
Es scheint der Mond so helle,
so klar, so wunderschön,
gibt Silberglanz der Welle,
erleuchtet Bergeshöh'n.
Ich hab' mein süßes Liebchen
auf meinem Schifflein hier;
sie singt ein kleines Liedchen,
singt's gerne, weil's von mir.
Singe, sing' nur zu,
trautes Liebchen du,
gar so lieblich ist der Klang der Melodie.
Die Wellen leise rauschen,
begleiten den Gesang,
die Wasserblumen lauschen
dem silberhellen Klang.
Und an dem nahen Ufer
die Nachtigall erwacht;
sie preist mit lautem Schlage
die schöne Lenzesnacht.
Singe, sing' nur zu
etc.
Es schmiegt mein trautes Liebchen
sich eng an meine Brust:
„Lass singen uns, Geliebter,
ein Lied von Liebeslust!
Dann uns're Herzen schlagen
so warm und wonniglich,
die leichten Wellen tragen
dann selig dich und mich.“
Singe, sing' nur zu
etc.
So brachten wir der Minne
des Sanges Gaben dar,
bis uns des Priesters Segen
vereinte am Altar.
Mir hat mein Lied ersungen
der Liebe süßen Sold,
ich hab' ein Weib errungen,
das lieb und treu und hold.
Singe, sing' nur zu
etc.
Und wenn auch flieh'n die Jahre
und wir sind beide alt,
wenn schneeweiß uns're Haare,
wird doch das Herz nicht kalt.
Wir singen dann wie heute
voll Lust und Seligkeit
das Lied der Lenzesfreude,
das Lied der Liebeszeit.
Singe, sing' nur zu
etc.