Willst du mit, so komm!

R. Francke

Hast du mich lieb, so lasse die Alten,

Laß sie allein in dem öden Haus.

Hülle dich ein in des Mantels Falten,

Heimlich schlüpfen wir so hinaus.

Duftig glüht der Sterne Pracht

Durch die leise atmende Nacht,

Und es schallt aus den lichten Höh'n

Wie Gebet so fromm:

Junge Liebe ist ewig schön --

Willst du mit, so komm!

Hast du mich lieb, so lasse die Sorgen,

Laß sie daheim nur im Kämmerlein,

Bist du bei mir doch sicher geborgen,

Winkt uns jetzt doch ein neues Sein!

Wenn wir beide im trauten Gemache

Lauschen auf unserer Herzen Sprache,

Wenn sich in tiefem, seligen Schweigen

Wie Gebet so fromm --

Unsere Lippen zum Kusse neigen:

Willst du mit, so komm!

Hast du mich lieb, so lasse die Andern,

Die uns verkümmern den goldenen Tag!

Laß uns hinaus in die Weite wandern,

Wohin uns Niemand zu folgen vermag.

Wo uns nicht lästige Lauscher stören,

Wir uns ganz und einzig gehören,

Wo es erklingt uns aus jubelnder Brust

Wie Gebet so fromm:

Liebe ist höchste, ist seligste Lust!

Willst du mit, so komm!