Als trüg' man die Liebe zu Grab

R. Franz

Ich saß am einsamen Weiher,

der Abend war schweigend und kühl;

vom Himmel blickte hernieder

der Mond so bleich und so still.

Es hing die trauernden Zweige

die Birke zur Erde herab,

wie die weinende Mutter sich beuget

wohl über des Kindes Grab.

Es tönte unheimlich schaurig

der Unken gespenstischer Sang,

mir klang's so bang und so traurig

wie Totenglockenklang.

Und griff mir ins warme Herze

so eisig kalt hinab,

als wäre das Leben erstorben,

als trüg man die Liebe zu Grab.